Bevor die Stille zu peinlich wurde, erzählte Luisa den Freunden, wie sie Finnig damals durch die Adoption verloren hatte und wie die Dame, die ihn ihr genommen hatte, später noch einmal zurück kam zu Miss Dorothy und ihr erzählt hatte, dass der Junge gestorben sein. Wie sich jedoch seit gestern herausgestellt hatte, war Finnig pfiffig genug gewesen und fortgelaufen. Er hatte nicht bei dieser Dame bleiben, sondern seine Schwester wiederfinden wollen. Die jedoch war in der weißen Stadt geblieben, wohingegen er in eines der an die Stadt angrenzenden Landsitze der Adligen gezogen sei. So war sein Weg zurück lang und beschwerlich und schließlich brach er nach Tagen zusammen. Zum Glück fanden ihn ein paar Elfen und trugen ihn in die Katakomben unter der Stadt. In ihr Heim und Widerstandlager. Dort  wurde er gut aufgenommen und wuchs von nun an da auf. Finnig hatte die ganze Zeit, in der Luisa erzählt hatte, auf seine Hände geschaut, welche auf der Tischplatte ruhten. Doch nun sah er auf, schaute jeden in der Runde an und als er von Angus wieder fort sah, hatte der schon wieder ein flaues Gefühl im Magen. Die Anderen jedoch freuten sich für die beiden und so beeilte er sich ebenfalls ihnen zu versichern, dass ihr Wiedersehen ein großes Glück sei.

Nachdem das Frühstück beendet war, kam ein kleine Gruppe von Elfen und räumte den Tisch wieder ab. Einer der Elfen blieb jedoch bei Ihnen und bat sie, sich für den Aufbruch fertig zu machen. So holten alle ihre Sachen - viel war es ja nicht, was sie mit hatten - und verabschiedeten sich von den Elfen und Menschen unter der Stadt. Luisa und ihr Bruder lagen sich wieder in den Armen und konnten sich nur schwer voneinander trennen. Jedoch musste es sein und konnte Luisa Finnig ja auch wieder sehen, sooft sie wollte. Mit diesem Versprechen lösten sich die beiden voneinander und die kleine Prozession, angeführt von dem Elf, machte sich auf den Weg zum Ausgang. Dieser erwies sich als ziemlich weit weg und liefen sie schweigend eine ganze Weile. Irgendwann begann Angus ein leises Gespräch mit dem Elf. Er fragte ihn über dieses und jenes und schließlich, ob es in ihrer Welt auch einen Weihnachtsmann geben würde. Bekümmert erzählte der Elf ihm, dass es ihn wohl gab. Aber keiner hatte ihn mehr seit wohl hundert Jahren gesehen. Selbst die Weihnachtselfen durften ihn nicht besuchen. Er lebe seit langer Zeit zurückgezogen unter einem magischen Schutzschild an einem Ort, den nur wenige kannte. Man sagte sich, dass der alte Mann seine Tage mit Trübsalblasen verbrachte und seinen alten Weihnachtsspirit verloren habe. Angus war zu tiefst erschüttert von dieser Nachricht. Jedoch ließ sie ihn auch hoffen! Wenn es einen Weihnachtsmann gab, so konnte er auch wieder aktiv werden. So beschloss Angus, bei den Elfen zu bleiben und sie um Unterstützung zu bitten, den Weihnachtsmann erneut zu mobilisieren. Vorsichtig, da er sich nicht sicher war, fragte er den Elf: "Denkst du, es ist OK, wenn ich bei euch bleibe und euch unterstütze und um Unterstützung bitte?" der Elf überlegte nicht lange und sagte ihm, dass er bleiben könne. Jedoch müsse dies in der Gruppe besprochen werden. Er würde ihn wieder mit zurück nehmen und dann werde man sehen. Endlich erreichten sie den Ausgang aus den Katakomben, der an dieser Stelle in einem kleinem Waldstück war. Äußerlich war der Eingang eingebettet in die Felsen, die von Efeu und allerlei Pflanzen überwuchert wurden. So konnten sie ungesehen stehen bleiben und eine Weile lauschen, ob sich jemand in der Nähe befindet, bevor sie die Katakomben verließen. Die Luft war rein und so wollten sie sich gerade auf den Weg machen, als Angus ihnen sagte, dass er mit dem Elf wieder zurück gehen werde, um sich der Gruppe anzuschließen. Er erzählte ihnen von dem traurigen Weihnachtsmann und das er ihn mit Hilfe der Elfen aufsuchen wolle. Die Freunde konnten ihn verstehen, kam er doch aus einer Welt, in der es Weihnachten noch gab. Also gaben sie sich das Versprechen, sich morgen in aller frühe an der gleichen Stelle zu treffen und zu sehen, ob er bei der Gruppe bleiben könne und wie sie gemeinsam Weihnachten wieder zu altem Glanz verhelfen können. Die neu gewonnen Freunde und Angus lagen sich in den Armen und verabschiedeten sich herzlich voneinander. Auch Luisa drückte Angus und als sie sich in die Augen sahen, gab es einen kurzen Augenblick, in dem ein Funke übersprang. Luisa sah verlegen zur Seite und Angus drehte sich schnell noch einmal nach Kilian und Joel um. Diese waren schon ein paar Schritte gegangen und winkten ihm nochmal. Als Luisa an Angus vorbei ging, um sich den beiden Männdern anzuschließen, griff er kurzentschlossen nach ihrer Hand und ließ sie durch seine Finger gleiten. Luise erwiderte die Geste mit einem kurzen Händedruck und schon war auch sie verschwunden.

Als der Elf mit Angus zurück kam, war die Überraschung zunächst groß. Als er jedoch den Grund dafür vorgetragen hatte, wurde es sehr ruhig. Als Angus sich schon fragte, ob sie ihn verstanden hatten, sagte Finnig, der die ganze Zeit etwas abseits an eine Sitzgruppe gelehnt dagestanden und ihn beobachtet hatte, laut und sehr unfreundlich: "Wir brauchen hier keinen Aurelian! Eure Familie hat uns doch erst in den Untergrund getrieben und dafür gesorgt, dass wir die Wühlmäuse im Dreck leben müssen. Scher dich wieder nach Hause, am besten in dein Paralleluniversum und lass uns hier in Ruhe!". Angus war sehr betrübt über diese unfreundliche Abfuhr, die er soeben erhalten hatte. Natürlich konnte er Finnig verstehen. Jedoch hatte er selbst nichts mit der Situation der Gruppe zu tun und wollte sich ja selbst wie eine Wühlmaus unter der Erde verkriechen. Und das sagte er ihnen dann auch in aller Deutlichkeit. Als er geendet hatte, sagte er nur noch einen einzigen Satz: "Ich bleibe hier!" Dabei sah er alle sehr entschlossen an. Langsam begann einer nach dem anderen an zu Nicken und dabei blieb es dann auch. Angus durfte bleiben, so lautete der Beschluss der Gruppe. Alle hatten genickt und ihm ihre Unterstützung zugesagt. Alle, bis auf einen - Finnig.

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