Heute Mittag war es also soweit. Die Kinder würden heute losmarschieren und sich Richtung Nordpol durchschlagen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ein paar Stunden zuvor hatten sich alle auf den anstehenden Marsch vorbereitet, ihre Rücksäcke gepackt, die Schneeausrüstung angezogen und Schals um den Kopf gewickelt. So ausstaffiert ging es los. In der Nacht war es trotz anders lautender Vorhersage wärmer geworden. Das Thermometer stand trotzdem noch bei - 18¬C. Als die Kinder das Hotel verließen, blies ihnen ein leichter Wind entgegen. Als erstes holten sie ihren Kompass hervor, um die Richtung zu bestimmen. Auch hier oben so nahe am Pol funktionierte er noch. Nachdem sie die Richtung bestimmt hatten, stampften sie in diese Richtung los. Schon eine halbe Stunde später war das Hotel nicht mehr zu sehen und sie waren völlig auf sich gestellt. Aber nun, da alle Vorstellungen von ihrer Expedition real geworden sind, war alles nur noch halb so schlimm und so konnten die fünf Freunde scherzen, Engel im Schnee machen und rumtollen. Aus der Ferne sahen sie immer wieder mal ein paar Polarfüchse und freute sich über die Begleitung. Die Füchse tobten ausgelassen herum und hatten die lustige Angewohnheit, mit dem Kopf voran in den Schnee zu springen und nach kleinen Tieren im Schnee zu graben. So neigte sich der Tag lachend und scherzend dem Ende zu. Als es viel zu schnell wieder dunkel wurde, bauten die Kinder ihre Zelte auf und warfen den Kocher an, um sich Eis zu schmelzen und Tee zu kochen. Nach Stunden in der eisigen Kälte war es allen doch ein wenig kalt geworden und sie waren dankbar für die Pause, die bis morgen Mittag andauern würde. Der Kompass zeigte immer noch nach Norden. Somit waren sie noch nicht an ihrem Ziel angelangt. Der Kompass würde ihnen zeigen, wann sie am Pol sind, indem er kreiselte anstatt still nach Norden zu zeigen. Dann war es Zeit für das besondere Fernglas, dass sie nun weder beschaffen konnten, noch eingepackt hatten. Nach wie vor war allen schleierhaft, wie sie die Weihnachtsstadt erkennen sollten. Sie alle hofften, dass es ausreichen würde, die Gegend mit Augen von Kindern zu sehen, die an den Weihnachtsmann glaubten. Das sie an den Weihnachtsmann glaubten, war wohl hinreichend unter Beweis gestellt. Aber ganz sicher waren sie sich nicht. Mit vielen offenen Fragen kuschelten sie sich in ihre Schlafsäcke und unterhielten sich noch eine Weile über zu Hause und die zurückgebliebenen Eltern und Geschwister. Dann schliefen sie völlig erschöpft ein.

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