Der 2. Dezember hatte mit dem ersten Schneefall dieses Jahres begonnen. Die Straßen und Dächer waren mit einer leichten Puderschicht bedeckt, Erwachsene standen an ihren Autos um die Scheiben frei zu kratzen und aus den Bäckereien drang seit den frühen Morgenstunden der Duft von Zimt, Muskat und Schokolade. Man hätte meinen können, dass dies ein perfekter Weihnachtstag gewesen wäre, würde man von den vielen verzweifelten Gesichtern der Kinder sowie Erwachsenen absehen. Aber dies konnte man nicht so einfach, denn eine unverkennbare Hoffnungslosigkeit lag in der Luft. Die Erwachsenen hatten längst damit aufgehört ihre Verzweiflung zu verbergen, es brachte eh nichts. Manche sahen schlimmer als andere aus, dicke Augenringe zierten ihre Gesichter und müde Augen schauten sie täglich aus dem Spiegel an. Nur die Kinder sahen noch fertiger als ihre Eltern aus. Sie konnten doch nicht einfach bloß dasitzen, Trübsal blasen und nichts tun! Jeder reagierte anders darauf doch in ihrem Inneren waren sich alle einig, dass etwas unternommen werden musste. Jeden dritten Abend war eine Versammlung in der Schule um neue Ideen zusammenzutragen. Leider gab es noch keine passende Lösung und die Zeit drängte. Die Schüler hatten noch ein halbes Jahr Zeit um die Schließung ihrer Schule zu verhindern. Frau Coles, ihre Schulleiterin,  stand sehr unter Druck. Bei fast jedem Treffen konnte sie von neuen Unternehmungen berichten, wie Spendenaktionen im Internet, Petitionen und Basare mit Plätzchen und Bastelwaren. Ein paar der älteren Schüler, wie Lilian Müller, Eric Schmidt und Jake Walter wollten sich für gemeinnützige Arbeit melden, jedoch hatte Frau Coles etwas dagegen. Sie hatte ihnen mit einem Lächeln gedankt aber darauf bestanden, dass sie sich als erstes um ihr Abitur kümmern sollten. Trotz alldem reichte das Geld von hinten bis vorne nicht aus. Immer mehr Lehrer musste entlassen werden, da der Staat die nötigen Gelder nicht zusammenbekommen konnte. Somit hatten sie immer mehr Ausfall, das heißt immer mehr Zeit zum Nachgrübeln. Wenn sie dann Abends ins Bett gegangen sind waren noch mehr Fragezeichen in ihren Köpfen als vorher, alle drauf wartend beantwortet zu werden. Mit einem Gähnen klappten dann ihre Lieder zu und sie glitten in einen unruhigen Schlaf.

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