Tjara und Siridean kämpften sich unterdessen durch den Wald und waren bald am Fuße des Mondberges angekommen. Nun war er nicht mehr weit zu der Höhle mit den Werkbänken. Sie hofften, die Elfen, die schon dort waren, waren bereits wach und hatten einen heißen Zimttee für sie. Doch als sie die Höhle schließlich betraten, war sie bis auf die Werkbänke leer. Alle Elfen hatten sich bereits aufgemacht, weitere Höhlen der Umgebung zu untersuchen und so mussten sie sich ihren Tee allein machen. Kurze Zeit später kamen die ersten Elfen wieder zurück. So wie es aussah, war keine weitere Höhle bewohnt oder diente als Lager für irgendwas. Wo also konnten Einar und der Weihnachtsmann nur stecken? Dieses Rätsel würde wohl später geklärt werden müssen. Zunächst wollten sich Siridean und Tjara die Höhle zeigen lassen, in der das Lager des fremden Elfen gefunden worden war. Vielleicht war er noch nicht ausgeflogen und lag schlafend in seinem Bett? Leise schlichen vier Elfen durch den frühen Morgen in Richtung der Höhle, die sie gestern entdeckt hatten. Das Feuer in der Höhle war aus und das Bett leer. Also hatte sich der Elf schon auf den Weg gemacht. Das war wirklich Pech und wahrscheinlich würden sie bis zum Abend warten müssen, bis der Elf wieder erschien. Siridean und Tjara beschlossen, in der Höhle zu warten. In der Zwischenzeit sollten die anderen Elfe still und heimlich die Werkbänke zurück in die Weihnachtsstadt bringen und dabei so wenig Aufsehen wie möglich erregen. Sie konnten ja nicht wissen, was der fremde Elf tat, wenn er sah, dass seine Beute wieder zurück geholt wurde. Außerdem konnte er aufgeschreckt werden und womöglich nicht in seine Höhle zurück kehren. Das musste unter allen Umständen vermieden werden.

Siridean und Tjara suchten sich ein sicheres Plätzchen und warteten - Stunde um Stunde - in der Höhle. Draußen vor der Höhle auf einem Baum saßen Tristian und Arun, die ihnen nachgeschlichen waren und langweilten sich ebenfalls. Allerdings konnten sie die Umgebung im Auge behalten und so entdeckten sie nach einiger Zeit auch, wie sich ein dunkler Schatten auf die Höhle zu bewegte. Da also war er, der fremde Elf, der sich in einen Schatten verwandeln konnte. Der Schatten verschwand leise in der Höhle und Tristian und Arun kletterten geräuschlos vom Baum herunter, um es ihm gleich zu tun. Als sie am Eingang der Höhle ankamen, hörten sie von drinnen heftiges Atmen und Schnaufen wie von einem Kampf und blieben wie angewurzelt stehen. Siridean hatte sich, nachdem Tjara das Eisenpulver auf den dunklen Schatten geschüttet hatte, auf den fremden Elf geworfen, der nun in seiner wahren Gestalt zu sehen war und kämpfte erbittert mit ihm. Tjara versuchte immer wieder, in den Kampf einzugreifen. Jedoch kämpften die beiden so wild miteinander, dass sie nicht heran kam. Mal schien es, als hätte Siridean die Oberhand, mal der fremde Elf. Zum Schluss konnte sich der fremde Elf aus der Umklammerung befreien, Siridean mit einem Fausthieb auf die Nase zu Boden schicken und auf dem Absatz kehrt machen um eiligst die Höhle wieder zu verlassen. Aber da hatte er die Rechnung ohne Tristian und Arun gemacht, die sich nun beide an jeweils ein Bein hängten und nicht mehr von ihm abließen. Fluchend und schimpfend versuchte der fremde Elf sich loszureißen. Aber gegen zwei Gegner auf einmal war er nicht gefasst gewesen und gerade, als es ihm fast gelang, ein Bein frei zu bekommen, erschien Siridean mit blutiger Nase am Höhleneingang, versetzte ihm einen Fausthieb und schickte ihn zu Boden. Als er da so ohnmächtig lag, konnten sie ihn in aller Ruhe fesseln und anschließen auf einem Stuhl in der Höhle festbinden. Nun holten sie eine Fuhre Schnee und machten den Elf wieder wach. Der schimpfte und zeterte, konnte aber an seiner Lage nichts mehr ändern. Siridean war sichtlich stolz auf den Erfolg und so fiel die Standpauke für Tristian und Arun auch nur ganz klein aus. Sie waren es schließlich, die den fremden Elf festgehalten hatten, bis Siridean gekommen war und so war es auch ihnen zu verdanken, dass er gefangen genommen wurde.

Sie beschlossen, den fremden Elfen mit in die Weihnachtsstadt zu nehmen und ihn dort in das Gefängnis zu stecken, als sie plötzlich ein leises Klopfen hörten. Was konnte das bloß sein? Darum würden sie sich noch kümmern müssen. Nun aber wollten sie zuerst schnell zurück. Sie holten einen Schlitten aus der anderen Höhle und setzten den fremden Elfen samt Stuhl darauf. Am nächsten Tag sollte mit der Vernehmung in der Weihnachtsstadt begonnen werden. Als die kleine Prozession am Abend in der Weihnachtsstadt eintraf, applaudierten die Elfen und riefen Hochrufe auf die vier Helden. Der fremde Elf aber wurde zunächst ins Gefängnis gesteckt. So ging wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende. Nur noch vier Tage bis Weihnachten. In dieser Zeit mussten noch die letzten Geschenke hergestellt, der Weihnachtsmann und Einar gefunden und die Rentiere gesund werden. Aber zumindest die Rentiere hatten sich in den letzten Tagen recht gut erholt und Siridean hoffte, dass sie bis Heilig abend wieder vollkommen fit waren.

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