19. Dezember - Weihnachten rückt näher

bevor die Kinder nach der Schule wieder mit ihren Freunden in der Turnhalle probten, wollten sie schnell noch den Schlitten für die Requisite von zu Hause holen. Auf dem Weg zum Haus von Emilia und Taylor flogen die Schneebälle nur so hin und her und unter lauten Gelächster kamen die Kinder schließlich an. Nun nichts wie auf den Schlitten und ab ging die wilde Fahrt den Hügel hinunter in Richtung Schule. Aber oh weh, da lag unter dem Schnee ein dicker Stein und der Schlitten kippte in voller Fahrt um. Als sich alle wieder aufgrappelt und festgestellt hatten, dass keinem etwas passiert war, gingen sie zum Schlitten. Groß war die Bestürzung als sie feststellten, dass eine Kufe des Schlittens gesplittert war. Da war nichts mehr zu machen. Der Schlitten konnte immer noch im Theaterstück genutzt werden. Aber für Christas Heimfahrt war er nun nutzlos. Christa bemühte sich sehr, nicht zu weinen. Aber eine kleine Träne verirrte sich doch.

Die Probe, die sonst immer laut und fröhlich verlief, war heute etwas gedrückt und so machten sich die Kinder zeitiger als sonst wieder auf den Weg nach Hause. Dort angekommen erzählten sie den Eltern von dem Unglück mit dem Schlitten. Da sie sonst keinen Schlitten besaßen, würden sie diesen Winter wohl nicht mehr fahren können. Betrübt gingen die Kinder heute auch recht zeitig zu Bett und schliefen schnell ein. Das sonst übliche Getuschel blieb heute aus.

Die Eltern saßen noch eine Weile in der Küche und knabberten einige von Christas Weihnachtsplätzchen. Sie hatten schon vor einigen Tagen bemerkt, dass die Kinder etwas im Schilde führten und unterhielten sich darüber. Ganz erstaunt stellten sie plötzlich fest, dass diese Heimlichtuerei ja vielleicht etwas mit Weihnachten zu tun haben konnte und dass sich ein Gefühl wie Vorfreude bei Ihnen breit gemacht hatte. Noch vor einem Jahr waren sie so voller Trauer und wollten Weihnachten nie wieder feiern. Doch schon in diesem Jahr begann die Weihnachtszeit wieder in ihnen zu wirken. So überracht sie darüber waren, so erleichtert waren sie auch, dass sich nun doch wieder ein Licht am Horizont zeigte, auf das sie ganz langsam zugehen konnten. Still und heimlich hatten sie ja Christa im Verdacht, Weihnachten der Familie wieder näher zu bringen und so beschlossen sie, dieses Jahr an Heilig Abend eine kleine, stille Feier mit den Kindern zu machen und Geschenke auszutauschen. Aber was sollte es sein? So kurz vor Weihnachten? Da kam dem Vater eine super Idee: warum kein Schlitten? Ihrer war doch gerade kaputt gegangen und sie hatten, ohne zu Klagen, doch sehr darunter gelitten. Also war es beschlossene Sache und die kleine Feier sollte ebenfalls eine Überraschung für die Kinder werden. Gleich am nächsten Tag wollten sie die nötigen Schritte unternehmen, den Schlitten kaufen und für ein festliches Essen einkaufen. Weihnachten rückte wieder in greifbare Nähe.

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