3. Dezember - Eine aufschlussreiche Begegnung

Mitten in der Nacht wachte Christa auf, aber nicht von alleine. Jemand hatte sie angestubst! Immer noch total müde und mit rot unterlaufenen Augen schaute sie sich um, bis ihr Blick auf einen kleinen Husky- Welpen fiel. Die Kleine schaute sie mit großen Teddybäraugen an, Christa räusperte sich kurz und fragte schließlich was das Huskymädchen um diese Uhrzeit noch draußen in der Kälte zu suchen habe. Sie winselte kurz und beichtete ihr schließlich, dass sie von Zuhause weggelaufen sei, da ihr Herrchen sie angeschrien hatte. Dabei hatte sie doch bloß einen blöden Weihnachtsbaum umgestoßen, erklärte sie Christa weiter. Ohne auf die Tatsache einzugehen, dass sie "blöden Weihnachtsbaum" gesagt hatte, fragte Christa aufgeregt und mit stark klopfenden Herzen weiter nach, ob denn Menschenkinder in dem Haus lebten, von wo sie abgehauen sei.  Dies bejahte sie mit leicht wedelntem Schwanz und verträumten Gesichtsausdruck. Als Christa die Erkenntnis überkam, fiel sie dem kleinen Hundemädchen schluchzend um den Hals. Sie konnte ihr Glück noch nicht fassen! Verdutzt schaute sie Christa an. Als die kleine Weihnachtselfe sich nach einiger Zeit wieder gefangen hatte, fragte sie schließlich, wie das kleine Huskymädchen denn hieße. Sie flüsterte ihr leise, aber mit etwas Stolz in der Stimme zu, dass ihr Name Kaylie lautete. Ihre Menschenkinder Emilia und Taylor hatten ihr den Namen gegeben, erklärte sie mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck und einer unfassbaren Trauer in den Augen. Christa flüsterte mit leiser und einfühlsamer Stimme, dass Kaylie ein wunderschöner Name sei, fragte aber gleich danach, ob sie denn ihre Familie sehr vermisse. Sachte nickte sie mit ihrem verwuscheltem Köpfchen. Kurz darauf beschloss Christa, dass Kaylie zu ihnen zurück gehen solle. Ohne auch nur auf eine Antwort zu warten, stand die sture Elfe auf und lief, ohne zu wissen wohin, los. Nach kurzem Zögern holte sie Christa ein. Christa fragte, wo denn das Haus liege, was Kaylie dann mit einem "ich habe keine Ahnung" beantwortete. Bestürzt schaute sie den kleinen Welpen an, der sich jedoch mit einem entschuldigendem Blick verteidigte. "Also gut" fuhr sie nach einigen Schritten fort, "liegt denn das Haus wenigstens hier in der Stadt?" Wie es das Schicksal so wollte, erklärte ihr Kaylie dann, dass es in einem Dorf ungefähr 7 Stunden von der Stadt liegt. Christa hohlte tief Luft und... schwieg. Die Sonne stand mittlerweile hoch oben und sante zarte Lichtstrahlen über die Dächer. Dann lass uns mal dein Haus finden gehen, dass kann ja schließlich nicht so schwer sein, sagte sie dann seufzend. Sie erzählten sich noch viel vom jeweiligen Leben. Sie fanden dann einen kleinen Unterschlupf und nach einenem unendlich langen Marsch und nach einer unendlich langen Zeit, wie sie fanden, fielen ihnen erschöpft die Augen zu. Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf die Bäume und umhüllten sie mit einem weichen Rotton.

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