Eine fortlaufende Weihnachtsgeschichte

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Während die anderen nicht selten die Sonne wieder am Horizont aufgehen sahen, ehe sie schlafen gingen, war er schon immer eher eine Lerche gewesen. Während die anderen gerade erst ins Land der Träume abdrifteten, lag er bereits wach im Bett und überlegte sich seinen Tagesablauf. Zudem genoss er es, ohne fremde Augen nachdenken und Pläne schmieden zu können, vollkommen ungestört von seinen Kameraden. Zwar war er bis jetzt noch nicht ansatzweise so gut mit irgendeinem Team klargekommen wie mit diesem, doch brauchte er Zeit, um ein guter Anführer zu sein. Deshalb genügte es ihm auch nicht, lediglich einen strikten Plan zu schmieden, da unzählige Faktoren zwischen sie und das Ziel treten konnten. Deshalb schuf er sich in seinen Gedanken jedes mal weitere Szenarien, die mit einbezogen wurden. Dabei nicht den Überblick zu verlieren, bereitete ihm manchmal Kopfschmerzen. Vor allem wenn er dazu noch bedachte, dass ihr Leben in der jetzigen Form bei dem kleinsten Fehltritt ein Ende finden konnte.  Aus diesem Grund war er auch nicht allzu begeistert davon, als sie an der Straße abgefangen worden. Eigentlich hatten Jackson und er das Stadtarchiv unsicher machen wollen, während Michael und Toni in Garage Nr. 3 gehen wollten, um ihre Ausrüstung nochmals zu prüfen. Nur Joel war Zuhause geblieben, um den Telefondienst zu übernehmen. Da dieser zusammen mit Lorentz die Reparatur durchführen würde, wenn denn alles gut ging, sollte er auch ans Telefon gehen, wenn Frau Sola endlich anrief. Lorentz könnte das zwar ebenfalls tun, doch fühlte er sich im Stadtarchiv besser aufgehoben. Er war schneller darin, die gesuchten Quellen zu finden und dann zu durchsuchen. Außerdem wollte er auf dem Weg ein Register erstellen, welches die Zeitungen nach der Wahrscheinlichkeit untergliedert, ob sie darin einen Artikel über Weltreisen und Kulturen im Vergleich drucken würden. Mit ein wenig Glück würden sie sich dadurch viel Arbeit einsparen.

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Nicht lange, nachdem Anna das Haus verlassen hatte, erwachte Stellan aus seinem unruhigen, oberflächlichen Schlaf. Immer noch erschöpft von der Nacht und übermüdet, weil er nicht genug geschlafen hatte, rieb er sich die Augen und versuchte, irgend ein Geräusch von Anna auf zuschnappen. Aber im Haus war es still – keine knarrenden Dielen, kein Geklapper von Geschirr oder Besteck, nichts. Langsam stand Stellan auf, warf einen Blick in die nun wieder aufgeräumte Küche, ging zum Bad und vergewisserte sich, dass die Tür nicht verschlossen und rief schließlich nach oben, wo Anna‘s Schlafzimmer sein musste. Aber es blieb alles still und als er seine Runde durch die Zimmer noch einmal drehte, stellte er im Flur fest, dass ihr Mantel fehlte. Anna ist gar nicht zu Hause, fragte er sich? Wo ist sie hingegangen?

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Mit gefurchter Stirn saßen die vier Männer auf der Kunstledercouch, jeweils einen Laptop auf den Knien haltend, und versuchten bereits seit Stunden, das Gesicht des Fremden wiederzufinden. Jackson schwor, dass er bei einer seiner Recherchen schon einmal auf ihn gestoßen sei. Er konnte sich nur nicht mehr daran erinnern, worum es in dem Artikel ging. Er hatte sich damals nur die Überschrift angeschaut und den Text nach Schlüsselwörtern durchsucht. Da diese jedoch ausblieben und er noch einiges für ihren damaligen Fall recherchieren musste, hatte er die Passage einfach übergangen. Er meinte sich jedoch zu entsinnen, dass es etwas mit einer Weltreise war, und Kulturen im Vergleich thematisierte, doch seine Beine würde er darauf nicht verwetten. Er konnte nicht einmal mehr sagen, ob dieser Kerl den Text selbst verfasst hatte oder ob er lediglich von ihm handelte. Selbst die Zeitung wollte ihm nicht mehr einfallen. Also staubten sie gerade alle öffentlichen Internetausgaben zusammen, von denen sie wussten, dass sie diese in den letzten zwei Jahren genutzt hatten. Sie führten zwar einen Katalog, der ihnen die Arbeit erleichterte, doch es haben sich in den letzten Wochen unbemerkt so viele Texte angesammelt, dass sie weder aus noch ein wussten. Zudem waren nicht einmal alle Ausgaben online zu finden.

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Als Anna wieder erwachte, war längst der neue Tag angebrochen. Mit einem leisen Seufzer schlug sie ihre Augen auf und wusste erst gar nicht, wo sie sich befand. Dann erkannte sie ihr Wohnzimmer und sah sich verwundert um – bis ihr Blick an dem von Stellan hängen blieb. Voller Entsetzen realisierte sie, dass sie nicht geträumt hatte. Stellan hatte ihr tatsächlich ein Lebenzeichen von Sabine oder vielmehr deren Sohn - ihrem Enkel – gebracht. Nach all den Jahren ohne einen einzigen Hinweis auf Sabine hatte sie nun erfahren, dass sie einen Sohn allein groß gezogen hatte.

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