Ein letztes Mal noch vor Weihnachten wollten Siridean, Tjara und Eowyn auf den Mondberg klettern. Eines galt es noch zu holen - den Mantel vom Weihnachtsmann, ohne den er die nächtliche Fahrt auf dem Schlitten nicht überstehen würde. Also machten sie sich noch einmal auf den Weg und betraten den nun beträchtlich ausgetreten Pfad zum Mondberg. Mit ihnen - denn sie wich Eowyn nicht von der Seite - war Nanouk, die Wölfin, die ihm eine gute Freundin und Weggefährtin war. So mussten sie keine Angst mehr haben, dass sich irgend etwas Schlimmes unterwegs ereignen würde. Am Fuße des Mondberges angekommen, nahmen sie diesmal einen anderen Weg. Den zu Eowyns Höhle, der ein wenig steiler und unzugänglicher war.

Aber so konnte er all die Jahre sicher sein, dass niemand zufällig auf ihn stieß. Oben angekommen durchsuchten sie die selbstgezimmerten Kisten und fanden schnell, weshalb sie hergekommen waren - den Mantel vom Weihnachtsmann. Eowyn hatte ihn sorgfältig aufbewahrt und so konnte der Weihnachtsmann ihn wieder tragen, ohne dass die Elfen ihn noch einmal säubern mussten. Aber es gab noch etwas, dass enke ein, die er selbst im letzten Jahr gefertigt hatte. Zusammen mit den Geschenken vom Weihnachtsmann würde es reichen, um alle Kinder dieser Welt glücklich zu machen. Da war sich Eowyn sicher.  Als sie schwer beladen in der Weihnachtsstadt wieder ankamen, konnten sie schon vor dem Tor den Jubel und Trubel hören, der drinnen herrschte. Was konnte da nur passiert sein? Als sie die Stadt betraten, sahen sie es: die Rentiere fegten über den Platz, gesund und glücklich, endlich wieder laufen und springen zu können. Fliegen konnten sie noch nicht. Aber das können sie ohnehin nur in der Nacht zu Weihnachten und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich nicht in die Lüfte erhoben. Das sie fliegen können, würden sie heute Nacht einmal mehr beweisen. Nun galt es, die Vorbereitungen für die große Reise hoch über den Wolken zu treffen. Die Geschenke wurden alle in den Sack des Weihnachtsmannes gepackt. Der wurde mit jedem Geschenk größer und größer und schöner. Aber bevor es wirklich losgehen konnte, musste Eowyn noch die traditionelle Kleidung der Weihnachtselfen bekommen. Diese hatte er in den letzten hundert Jahren natürlich durch Neue ersetzten müssen. Da er aber mit dem Weihnachtsmann reisen wollte, musste er sich noch ausgehfein machen. Wie er nach dem Umziehen dann da so stand, in der gebräuchlichen Uniform der Weihnachtselfen, bildete sich ein großer Kloß in seiner Kehle. So lange hatte er die Elfen-Tracht nicht mehr auf seinem Körper gespürt. Selbst der Weihnachtsmann war gerührt und von den anderen Elfen wurde er mit lautem "Hallo" und "Seht nur Eowyn" begrüßt und gerufen. Nun kam der große Augenblick. Die Rentiere wurden eingefangen und wurden eingeschirrt, um vor den Schlitten gespannt zu werden. Der Schlitten, der wieder repariert worden war, glänzte in alter Pracht. Es bedurfte vieler Elfen, den Sack des Weihnachtsmanns in den Schlitten zu heben. Aber schließlich war es vollbracht und alle strahlten um die Wette. Da hörte man auch schon aus dem Stall die Glocken klingeln und die Rentiere kamen in Zweierreihen, ordentlich geputzt und angeschirrt durch das Tor geschritten. Der Drang, sich endlich in die Lüfte zu erheben, war ihnen anzusehen und nun, da es dunkel wurde und die Nacht herein brach, wollten sie auch unbedingt fliegen. Schnell wurden sie vor den Schlitten gespannt und der Weihnachtsmann und Eowyn setzten sich auf die vordere Bank. Alle Elfen jubelten begeistert und der Weihnachtsmann schwang seine Peitsche und los ging die wilde Fahrt heraus aus der Weihnachtsstadt und hinauf in den Himmel. Die Rentiere, glücklich dass sie wieder gesund und munter waren, gaben ihr Bestes, den dieses Jahr viel schwereren Schlitten zum Fliegen zu bringen und so flogen sie schon kurze Zeit später hoch über den Wolken um die Erde. Einen letzten Punkt, den der Weihnachtsmann bei ihrem Gespräch gestern nicht angesprochen hatte, gab es aber noch zu berichten. Wie sie da so über den Wolken dahin flogen, bat der Weihnachtsmann Eowyn um Entschuldigung, dass er so viele Kinder Jahr für Jahr nicht beschenkt hatte und bedankte sich bei ihm, dass er es stattdessen getan hatte. Er bat Eowyn, wieder in die Weihnachtsstadt einzuziehen und der bedankte sich beim Weihnachtsmann und versprach, fortan wieder unter seinesgleichen zu leben. -Ende

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