Vika war am Nachmittag bei ihr gewesen und hatte ihr den gefassten Stein vorbei gebracht. Dazu hatte sie ihr eine wunderschöne Kette geschenkt, an der der Anhänger nun um ihren Hals hing und ihr schmeichelte. Warm und zuversichtlich fühlte sich der Stein an...oder bildete sie sich das nur ein? Alva mochte das Gefühl auf ihrer Haut und die Hoffnung, die der Stein ihr erweckte. Ein Gefühl von Geborgenheit und zu-Hause-sein hatte sich in ihr ausgebreitet, sobald sie die Kette angelegt hatte. Als wäre sie nun vollkommen.

Mit der stillen Gewissheit, dass ihr nichts passieren kann und sie auf immer geborgen ist, war sie zu Bett gegangen und hatte sich in ihr Kissen gekuschelt. Mit einem Lächeln auf ihrem Lippen schlief Alva ein und sank augenblicklich in einen tiefen Traum.

„Was?? Bin ich nicht gerade erst bin ich zu Bett gegangen? Warum bin ich schon wieder wach und munter?“, fragte sich Alva. Erstaunt blickte sie sie sich um. War das ein Wald? Wie war sie hier hergekommen? „Hallo?“, rief Alva in dem verzweifeltem Versuch, sich zu orientieren, als ihr eine Stimme antwortete, ohne dass sie jemanden sehen konnte. „Sternenkind! Endlich bist du da!“ „Sternenkind?“, fragte sich Alva. „Soll ich das sein?“ „Natürlich, mein Kind. Wer sonst?“, umschmeichelte sie die Stimme, die Alva nicht zuordnen konnte. „Wo bist du?“, rief Alva „...und vor allen, wer?“

Nach einem kurzen Schweigen erhob sich die Stimme erneut. „Ich bin der Geist der Weihnacht! Ich bin in dir und um dich. Du kannst mich sehen, nur fühlen. Fühlst du mich?“ Nachdenklich zogen sich Alva‘s Brauen zusammen. „Geist der Weihnacht?“, dachte sie. „Ja!“, rief sie. „Ich habe gute Erinnerungen an dich!“, rief sie und etwas leiser „...damals.“ „Na na, nicht so pessimistisch!“, kam die prompte Antwort. „Ich werde dich wieder beseelen. Du wirst schon sehen!“

Traurig senke Alva den Blick zu Boden. „Wie könnte Weihnachten je wieder so wie früher sein…ohne Oma?“, wisperte sie leise. Aber die Stimme schien keine Notiz davon zu nehmen. „Du hast eine Mission zu erfüllen. Deine Träume werden dich leiten und ich werde immer an deiner Seite sein und dich unterstützen.“ „Mission? Welche Mission?“, hakte Alva nach. „Deine Energie wird benötigt, um die diesjährige Weihnacht zu ermöglichen. Du bist das Sternschnuppenkind und als Einzige fähig, Weihnachten zu retten.“ „Weihnachten zu retten, warum?“ fragte Alva verunsichert. „Aus welchem Grund muss Weihnachten gerettet werden? Das gab es jedes Jahr.“, schoss es ihr den Kopf. Das ergab irgendwie keinen Sinn. „Sag mir zuerst, warum du überhaupt glaubst, dass ich Weihnachten ermöglichen kann. Ich verstehe das alles nicht!“

Wieder entstand eine kurze Pause, bevor die Stimme Alva antwortete. „Du erinnerst dich an die Sternschnuppe? Sie hat dich erwählt! Du bist der Hoffnungsträger für die diesjährige Weihnacht!“, schmeichelte die Stimme weiter. „Sie hat mich erwählt? Wie hat sie hat das getan und warum?“, fragte Alva, während ihre Finger zögerlich in Richtung ihrer Wange wanderten. „Weil du die Erwählte bist!“, säuselte die Stimme. „Hmm“, räusperte sich Alva und griff sich nachdenklich Kinn. „Die Erwählte also…“, dachte sie. „Nun gut. Ich werde wohl noch herausbekommen, was das alles zu bedeuten hat. Diese Stimme will ja ohnehin bei mir bleiben. Also habe ich weiterhin Zeit, ihr die Information zu entlocken.“, überlegte sie weiter.

„Du wirst schon sehen, mein liebes Kind“, umgarnte sie die Stimme weiter“ dass du unter meinem Schutz und meiner Anleitung deine Aufgabe erfüllen kannst.“ „Meine Aufgabe…“, dachte Alva. „Ich verstehe immer noch nicht ganz. Aber ich bin froh, dass du mir helfen willst. Vielen Dank dafür!“, rief Alva in den Himmel über dem dicht verschneiten Wald, in dem sie stand. So ein realistischer Traum – und um diesen handelte es sich, da war sich Alva sicher– hatte sie noch nie erlebt. Würde sie je wieder erwachen und würde sie sich des Traumes erinnern können?