Mit Begeisterung wurde die Hand gen Himmel gereckt, die einen kleinen Gegenstand zu halten schien. Große Augen hefteten sich gebannt an den metallisch schimmernden Stein, der ihnen vieles zu versprechen vermochte, obschon sie noch nicht wussten, was genau. Die außergewöhnlich kleine Ratte jedoch wusste genau, was ihm der Sternschnuppensplitter zu geben vermochte.

Stella lucet.

Und mit jedem Tag, der verstrich, mit jeder kleinsten Berührung kamen sie dessen Bestimmung, dessen Verheißung näher.

Schon jetzt konnte sie spüren, wie die Energieimpulse sich ungehindert durch den Raum ausbreiteten und allem mehr Leben einhauchten. Und je länger die junge Frau den Stern hielt, desto intensiver wurde die Frequenz, welche ihr ganzes Sein zu verändern schien. Das Licht bündelte sich in ihr, ließ ihre Augen grünlich erstrahlen und ihre Ohren immer spitzer wachsen.

Stella annuntiant.

Langsam nahm die große Wunde auf ihrer Wange Gestalt an und würde allen verkünden, was ihre rechtmäßige Bestimmung war.

Stella perdere.

Dafür würden sie schon mit Gewissheit sorgen, schließlich ist es ihnen auch Jahre zuvor stetig geglückt. Kurz zuckte ein Gefühl des Bedauerns durch den kleinen pelzigen Körper, doch augenblicklich wurde er unterbunden und verhallte klanglos in den Untiefen des Wesens, von dessen Hülle Besitz ergriffen wurde. Die kleinen Augen beäugten die Szenerie ein letztes Mal, bevor die Ratte sich wieder in der Reihung auf ihrem Wachposten eingliederte. Sie konnte nie wissen, welcher Stein, welche Eule oder welches Reh sie gerade beäugte. Jeder und nichts konnte der Feind sein, so war oberste Wachsamkeit geboten. Diese junge Frau konnten sie nicht verlieren, sie war der Erfolg oder Niedergang ihrer großen Pläne.