Einmal mehr saßen die drei Elfen-Teams in ihrem Kreis und berieten sich aus der Ferne. Ihre Aufgaben hatten sie fast erledigt - fast. Doch wie sollten sie anschließend wieder nach Hause kommen und was würde sie dort erwarten? Hatten die zurückgebliebenen Elfen soviel mehr Spielzeug hergestellt, wie der Weihnachtsmann ihnen aufgetragen hatte? War der Weihnachtsmann mittlerweile wieder in der Weihnachtsstadt? Und - die wichtigste Frage überhaupt - war das Geheimnis der Weihnachtsstadt immer noch gewahrt oder war die Hülle in der Zwischenzeit eingebrochen? Der eine oder andere Elf stellte sich bereits die Frage, ob es noch immer einen Ort gab, an den sie zurückkehren konnten.

Alles, was sie mit Sicherheit sagen konnten war, dass die Himmelslichter wieder glühten. Der Glaube an Weihnachten war, wenn auch noch nicht vollständig, wieder hergestellt. Es gab wieder Hoffnung. Da, wo die Himmelslichter früher jeden freien Fleck am Himmel ausgefüllt hatten, gab es heute noch größere und kleinere Lücken. Aber alle wussten, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich auch diese wieder schließen würden. Die Menschen waren auf einem guten Weg, die Liebe und den Zusammenhalt des Fests wieder in ihre Herzen zu lassen und solange die Himmelslichter den nächtlichen Himmel erhellten, solange würde vermutlich die Hülle nicht brechen. Darin waren sich alle einig!

Dennoch blieb die Frage, wie sie Kontakt mit dem Nordpol aufnehmen konnten. Ratlos sahen sich die Elfen an, bis Janus sich mit einem empörten Krächzen zu Wort meldete. Seine anschließend wild vorgetragene Rede kannte zwar niemand so recht verstehen, dennoch war allen durch die Beobachtung seiner Gedanken klar: Janus wollte zum Nordpol fliegen und fühlte sich beleidigt, dass sie nicht sofort und ganz selbstverständlich an ihn gedacht hatten. Schließlich müssten Elfen doch wissen, dass nur Tiere die Hülle durchdringen können, ohne dass ihnen das Tor geöffnet wurde. 

Verwundert sahen sie sich die Elfen an - alle, bis auf Quamo, der leise vor sich hinlächelte. Schüchtern und still hatte Janus seinen Platz in der Elfengemeinschaft behauptet - zu schüchtern und zu still, wie Quamo fand. Ihm war der Gedanke durchaus gekommen, ihr tierisches Teammitglied zur Weihnachtsstadt zu schicken und diesen Gedanken hatte er auch in Janus eingepflanzt. Allerdings wollte er ihm die Möglichkeit geben, sich selbst einmal zu Wort zu melden. Schließlich war es immer von Vorteil für die Elfen gewesen, wenn er sich eingeschaltet hatte. 

Der anschließende Beschluss dauerte deshalb auch kaum halb so lang wie Janus' Wortmeldung - der Rabe würde zum Nordpol fliegen. Dort sollte er alle Neuigkeiten aufschnappen und mit drei Rentieren zu ihnen schicken. Den Weg zurück zu ihnen konnten sie Janus in so kurzer Zeit nicht nochmal zumuten. Allein der Weg zum Nordpol würde ihn all seine Kraft kosten. Dort angekommen sollte er sich, nachdem er alles in die Wege geleitet hatte, ausruhen und erholen.

Aber bis zu ihrer Rückkehr gab es noch einiges, dass erledigt werden musste. Deshalb und weil sich die Rentiere für ihre große Nacht noch ein bisschen ausruhen mussten, nachdem sie die Elfen zurückgeholt hatten, sollte Janus sich umgehend auf den Weg machen. Am 23. Dezember wollten alle Elfen wieder in der Weihnachtsstadt sein. Das würde ihnen und den Rentieren genügend Zeit geben, sich auf die Nacht der Nächte vorzubereiten. Sie hofften inständig, dass sich der Kreis für das Weihnachtswunder hier in der Menschenwelt bis dahin geschlossen hatte.

Nach einigen letzten Instruktionen und einer liebevollen Verabschiedung durch die Elfen breitete Janus sein Flügel aus und hob ab. Höher und höher flog er, bis er die zurückgelassenen Elfen nicht mehr sehen konnte. Dann erst schlug er seine Richtung ein. Ein Lächeln stahl sich in seine Augen.

Comments powered by CComment