2. Dezember - Der Weg in die Stadt

Als Christa am nächsten Morgen aufwachte, war ihr sehr elend zumute und auch ein wenig kalt. Traurig schaute sie auf den Schlüssel in ihrer kleinen Hand und fragte sich, ob Kimball und die anderen Elfen schon sein Fehlen bemerkt hatten. Seines und das von Christa auch... Ohne den Schlüssel konnten die Elfen ihre Arbeit in der Werkstatt nicht fortsetzen und Christa sah keinen Weg, wie sie zurück in die Weihnachtsstadt kommen sollte. Natürlich hätte sie versuchen können, ihren Spuren zurück zu folgen. Aber sie wußte, dass sie in dieser Richtung die Grenze zur Weihnachtsstadt nicht durchschreiten konnte.

Leise weinend und mit schwerem Herzen machte sich Christa auf den Weg, um eine meschliche Behausung zu suchen. Wenn sie nicht wußte, wie man zurück zum Weihnachtsmann kommen konnte, so wußte es vielleicht ein Menschenkind. Hätte sie doch besser in der Schule aufgepasst!

Christa lief Stunde um Stund durch den tief verschneiten Wald und hatte manchmal das Gefühl, nie wieder etwas anderes als Bäume vor sich zu sehen, als plötzlich ein Rentier vor ihr über eine kleine Lichtung lief. Rentiere in der Wildnis hatte Christa natürlich noch nie gesehen. Aber konnten sie denn so anders sein als die vom Weihnachtsmann? Schnell rannte Christa los um das Rentier zu erreichen. Dieses jedoch hörte Christa und sprang zurück in den Wald. Nach wenigen Augenblicken was es im dichten Tann verschwunden und Christa konnte es niergends mehr entdecken. Denk nach, Christa, denk nach! Du hast doch gelernt, ein Rentier zu rufen!! Ja, stimmt. Ein Pfiff auf der Elfenpfeife! Schnell holte Christa die Kette mit der Pfeife, die um ihren Hals hing, unter dem Jäckchen hervor, blies einmal hinein und wartete. Nach einiger Zeit trat zöglerlich und zugleich neugierig das Rentier zurück auf die Lichtung. "Was war das?", fragte es. "Es fühlt sich an wie ein Lied aus einer längst vergessenen Zeit." Christa wäre am liebsten in Tränen ausgebrochen, als das Rentier zu ihr sprach. Es war also doch nicht so anders als die Rentiere vom Weihnachtsmann.

Unter lautem Schluchzen erzählte Christa dem Rentier, dass sich als Donner vorstellte, seine Geschichte und fragte ihn schließlich, ob er sie zu einer menschlichen Behausung bringen könnte. Donner tat das kleine Elfenmädchen leid und so lud er sie auf seinen Rücken. Kaum das sie saß, ging die wilde Reise auf dem Rücken des Rentiers los. Sprung um Sprung ging es durch den Wald und als sie endlich dessen Rand erreicht hatten, wurde es dunkel. In der Ferne konnte Christa viele kleine Lichter blitzen sehen. Das Rentier verabschiedete sich von Christa. Bis hier an den Rand des Waldes konnte er sie bringen. Näher traute er sich nicht an die Menschen heran. Von hier aus würde christa allein weiter gehen müssen. Sie umarmte das Rentier und bedankte sich, dicke Tränen in den Augen. Sie hatte Donner lieb und wollte nicht ohne ihn gehen. Aber sie verstand seine Angst und rief ihm noch ein letztes Lebwohl zu, bevor sie sich zur Stadt umdrehte, die nun wie ein Lichtermeer vor ihr lag. Morgen würde sie ins Tal gehen und Menschenkinder suchen, die ihr helfen konnten, zum Weihnachtsmann zurück zu kommen. Wieder legte sie sich schlafen und wieder starrte sie den Schlüssel in ihrer kleinen Hand an und weinte sich leise in den Schlaf....

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