Gegen Mittag, als sich die Sonne wieder zeigte, bauten die Kinder ihre Zelte zusammen und begaben sich wieder auf ihren Marsch. Vorher hatten sie nochmal die Richtung mit ihrem Kompass überprüft. Er zeigte immer noch streng Richtung Norden und so wußten sie, dass sie noch nicht angekommen waren. Im Gegensatz zu gestern hatte der Himmel sich heute zugezogen und es bließ ein eisiger Wind aus Norden, der sie durch den aufgewirbelten Schnee nur wenige Meter weit sehen ließ. Na, dass konnte ja was werden. Da das Wetter so schlecht war, hing jeder seinen eigenen Gedanken nach und starrte auf das Stück Strick, dass von jedem Kind zum Vordermann führte. Eric hatte diesen Trick im Fernsehen gesehen und so konnten sie sich bei diesem Wetter nicht verlieren.

Als sie so drei bis vier  Stunden stramm marschiert waren, hörten sie von Eric, der ganz vorne mit dem Kompass lief, einen Laut der Überraschung. Was konnte da nur los sein? Als sie alle aufgeschlossen hatten, sahen sie es selber. Mehrere Gebäude gruppierten sich um einen zugeschneiten kleinen Platz. Sollte das schon die Weihnachtsstadt sein? Sie hatten ja noch garnicht richtig gesucht und das spezielle Fernglas hatten sie auch nicht. Außerdem sah die Gruppierung von Gebäuden eher nüchtern aus. Das war ja merkwürdig. Plötzlich wurde eine der Türen geöffnet und heraus trat eine schneeweis vermummte Gestalt. Wie ein Weihnachtself sah er eigentlich nicht aus. Dafür war er viel zu groß und nicht bunt genug. Aber wer konnte das sein? Die Kinder riefen und winkten und liefen auf die Gestalt zu, die sich nach einigen Minuten als ein Mensch entpuppte. Dieser Mensch war ebenso überrascht, die Kinder zu sehen wie diese, auf ihn gestoßen zu sein. Um sich in Ruhe unterhalten zu können, bat der Mann sie erst mal in eins der Gebäude hinein.

Im Inneren des Gebäudes waren noch mehr Menschen, die nun alle neugierig näher kamen und sich sehr über den Besuch freuten. Was für eine Überraschung, hier am Nordpol unverhofft Besuch zu bekommen. Schnell machten sich alle miteinander bekannt und die ersten Becher Tee wurden herumgereicht. Nachdem die Kinder sich ausgezogen und es sich gemütlich gemacht hatten, begannen sie von ihrer Mission zu erzählen. Die Mitarbeiter der Forschungsstation, denn da waren sie gelandet, hörten mit offenen Mündern zu und versprachen den fünf Freunden, sie am nächsten Tag ein Stück ihres Weges mit dem Schneemobil zu bringen. Aber für diese Nacht wurde vereinbart, dass die Kinder in der Station blieben und sich erstmal ordentlich ausruhten und etwas Warmes aßen. Die Kinder waren von ihrem Marsch so müde und erschöpft, dass sie zustimmten und sich bald zu Bett legten. Was war es herrlich, in einem echten warmen und weichen Bett liegen zu können! Bevor sie einschliefen, versprachen sie ihren neuen Freunden noch, mit ihnen am nächsten Morgen die Landkarten durch zugehen und gemeinsam zu schauen, welchen Weg die Kinder gehen sollten. Danach schliefen sie ein und ihre neuen Freunde, die Mitarbeiter der Forschungsstation, unterhielten sich noch bis in die Nacht über die Kinder und ihre Mission.

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