Am Abend trafen sich die Freunde wieder in der Schule, um weiter an ihrem Plan zu feilen. Ohne entsprechende Vorbereitungen war nicht an eine Expedition zum Weihnachtsmann zu denken - dass war auch Lillian, Eric und Jake klar. Auch machte ihnen noch Sorge, dass der Rettungstrupp ziemlich klein war und im Notfall keiner so recht wusste, was eigentlich zu tun ist. Jake hatte all seine Taschenlampen und Batterien schon der Ausrüstung hinzu gefügt. Da Lillian, seine beste Freundin, mit ihren Eltern sehr oft zelten ging und in Outdoor-Dingen im Winter sehr erfahren war, sollte sie sich um die Schlafsäcke und das Zelt für die Freunde kümmern. Wie immer nahm sie die Dinge leicht und hatte die Ausrüstung noch nicht vollständig dabei. Aber das würde sie in den nächsten Tagen noch ändern. Eric, der Ruhigste der drei Freunde, war in der kleinen Gruppe zuständig für die Winterbekleidung. Da diese jedoch noch ein paar Tage warten konnte, saßen sie jetzt im Kreis und beratschlagten, wann es denn eigentlich losgehen sollte. Wie sie da so saßen und heftig diskutierten, hörten sie plötzlich ein lautes Poltern von draußen. Neugierig lehnten sie sich aus dem Fenster heraus und sahen unten auf dem Boden Niclas liegen. Er war auf eine Mülltonne geklettert und hatte die Freunde bei ihren Plänen belauscht. Bei ihm war Monika, seine beste Freundin. Beide gingen in die zweite Klasse und sollten um diese Zeit eigentlich schon zu Hause sein. Noch bevor einer der drei Freunde etwas sagen konnte, blies sich Monika wie ein Frosch auf und schimpfte los, dass sie nicht einfach zum Weihnachtsmann gehen können, ohne einen echten Weihnachtsmann-Spezialisten dabei zu haben und dass ihr Vorhaben sowieso aussichtslos sein, wenn die Freunde nicht Niclas mitnehmen. Und wo Niclas hingeht, da geht auch sie hin - dass das schon mal klar war! Das Lachen, in das Lilian, Eric und Jake ausgebrochen war, weil Niclas dort im Müll lag, erstarb auf ihren Lippen. Freilich - einen Weihnachtsmann-Spezialisten hatten sie noch nicht in ihrer Runde. Wer glaubte in der 12. Klasse schon an den Weihnachtsmann? Wenn sie ehrlich waren, glaubten sie zwar an die Wunder der Weihnachtszeit, aber nicht so richtig an den Weihnachtsmann. Also konnten sie durchaus noch jemanden brauchen, der unverbrüchlig an den Weihnachtsmann glaubte und sie so zu ihm führen konnte. Wenn es stimmte, dass die Weihnachtsstadt mit bloßem Auge nicht zu sehen war, dann würden sie jemanden brauchen, der die Augen eines Kindes hatte und Niclas war dafür geeignet. Da Monika seine beste Freundin war und ohnehin nicht nachgeben würde, sollte sie auch mit von der Partie sein. Die drei Freunde beratschlagten kurz und baten dann Niclas und Monika herein in ihre Runde. Damit hatte sich die Gruppe von drei auf fünf Freunde vergrößert. Da musste Lilian wohl noch ein paar Schlafsäcke mehr auftreiben und mitbringen. Wie gut, dass sie noch drei Geschwister hatte. So sollte das wohl kein Problem werden. An diesem Abend gingen alle zufrieden nach Hause. Nun würden sie das Weihnachtsdorf erkennen können, wenn sie erst am Nordpol sind. Das sie dort hinkommen, dafür mussten wohl die Großen sorgen. So hatte jeder seine Aufgabe und jeder würde bei den Vorbereitungen seinen Teil beitragen. Was alles vorbereitet werden musste, konnten die fünf Freunde freilich noch nicht wissen. in diese Aufgabe würden sie hineinwachsen müssen.

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