Als die Kinder gegen Mittag aus den Zelten krochen, ging gerade die Sonne auf. Die fünf Freunde machten sich erstmal ein Frühstück aus Lebkuchen, Trockenobst und Tee und fingen dann an, über die nächsten Schritte nachzudenken. Da sie gestern Nacht keine Weihnachtsstadt finden konnten, war fraglich, ob sie überhaupt am richtigen Pol waren. Immerhin könnte die Weihnachtsstadt auch am magnetischen Nordpol sein. Aber der war sehr weit weg und es war fraglich, ob sie ihn ohne fremde Hilfe bis zum Weihnachtsfest erreichen konnten. Immerhin zeigte der Kompass noch immer nach Norden und so würden sie ihn mit ein bisschen Glück finden können. Nun gab es zwei verschiedene Optionen: entweder, die Kinder marschierten weiter zum magnetischen Nordpol und versuchten dort ihr Glück mit dem Nachtsicht-Fernglas oder sie versuchten ihr Glück weiterhin hier. Aber was konnten sie noch tun? So sehr sie sich auch umsahen, der Blick aus glaubenden Kinderaugen allein schien nicht zu helfen. Die Kinder waren noch unentschlossen, ob sie weiterziehen oder bleiben sollten, als sie plötzlich Niclas ganz aufgeregt aufschreien hörten. Niclas hatte wehmütig draußen im Schnee gesessen und mit seinem Kaleidoskop gespielt, als er plötzlich eine Entdeckung machte. Aufgeregt lief er auf das Zelt zu, aus dem gerade die anderen herauskamen um zu fragen, was los sei. Niclas schwenkte sein Kaleidoskop über dem Kopf hin und her und rief etwas von Fernglas. Was konnte er nur haben? Als Niclas bei den Anderen angekommen war, drückte er Eric das Kaleidoskop grinsend in die Hand und bedeutete ihm, hindurch zu schauen. Dabei zeigte er in eine bestimmte Richtung, die eigentlich ganz gewöhnlich aussah.

Er schaute hindurch und plötzlich wich Eric alles Blut aus dem Gesicht. Wortlos fielen sich die beiden Jungs in die Arme und tanzten herum. Lilian entwand Eric das Kaleidoskop und schaute ebenfalls in die angegebene Richtung. Einer nach dem Anderen schauten sie durch und begannen zu tanzen und sich zu umarmen. Ein Blick durch das Kaleidoskop zeigte den Eingang zu einem sehr bunten Tor in einer sehr großen Mauer, die die Weihnachtsstadt einschloss und von der Umgebung abgrenzte und versteckte. Die Kinder waren außer sich von Freunde, endlich am Ziel angekommen zu sein und das Rätsel um das "Fernglas" doch noch gelöst zu haben.

Schnell packten die Kinder ihre Zelte und die Ausrüstung zusammen und dann gingen sie zum Tor. Da Niclas das Tor gefunden hatte, durfte er daran klopfen. Nock, nock, nock! Nach kurzer Zeit öffnete sich ein kleines Fensterchen im Tor und heraus schaute eine kleine Weihnachtselfe.

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