In späteren Annalen war dieser Tag als einer der chaotischsten in der Geschichte der Weihnachtszeit eingegangen. Wie ihre Vorfahren dieses Grauen hatten ausstehen können, war ihnen ein Mysterium, welches nicht zu lösen gewagt wird. Der Weihnachtsgeschichtsschreiber der Elfen hatte es an jenem grausigen Tag nicht so genau mit seinen Aufzeichnungen genommen. Verständlich, wenn man bedachte, was für eine Panik nach dem Verschwinden des Weihnachtsmanns geherrscht hatte. Man konnte aus dem Bericht allerdings entnehmen, dass alles drunter und drüber ging. Der oberste Polizei- Elf und später Weihnachten- Retter, Siridean, hatte das Verschwinden vorerst verheimlichen wollen, um eine Massenpanik zu verhindern.

Doch wie es dort so üblich war, konnte nichts lange im Verborgenen bleiben und somit wusste die gesamte Gemeinschaft binnen einer Stunde über des Weihnachtsmanns Abwesenheit  Bescheid. Arbeiten wurden eingestellt, Bänke umgeschmissen, Haare gerauft und Tränen vergossen. Die Rentiere versuchten sich trotz ihres schlechten Zustands aufzuraffen und sich auf die Suche nach ihm zu machen. In deren blassen Gesichtern kehrte wieder etwas Farbe ein, vor Wut. Nur mit viel Mühe konnte der Stall- Elf Rudolph und sein Gespann davon abhalten, in den kalten Morgen zu verschwinden. Ein paar Polizei- Elfen hatten sich währenddessen auf den Weg gemacht, Spuren zu sichern und die Fährte aufzunehmen. Doch durch das kreuz und quer Gerenne der anderen wurden diese, wenn überhaupt vorhanden, schnell wieder vernichtet. Ein paar der weniger Mutigen hatten sich unter die Tische und entlegene Winkel verdrückt, vor Angst, die Nächsten zu sein. Andere nahmen ihnen das sehr übel und nach lautstarken Auseinandersetzungen arteten diese zu Handgreiflichkeiten aus. Tjara, angesehene Polizei- Elfe und Sirideans spätere Frau, hatte vollkommen damit zu tun, diese Streithälse auseinander zu bringen und schlimmeres als blaue Augen zu verhindern. Wiederum andere forderten eine provisorische Zusammenkunft, um das weitere Vorgehen zu planen. Doch durch das allgegenwärtige Chaos überall blieben ihre Forderungen unerhört. Welche Dinge alle zu Bruch gingen in dieser Zeit, konnte nie festgestellt werden. Allerdings konnte man wohl mehrere Container damit füllen. Am Ende des Tages waren alle Elfen, aber vor allem Siridean und sein Team, vollauf geschafft. Keine Lösung in Sicht, zum Tode verängstigte Elfen, eine verwüstete Werkstadt und ein unvollständiger Geschenkebestand. Wahrlich keine rosigen Aussichten. Die Hysterie ringsum war so stark, dass man die Luft mit dem Messer hätte schneiden können. Die späteren Generationen waren sich einig, dass sie von Glück reden konnten, das nicht miterlebt zu haben.

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