Tristian und Arun schauten sich um. Wohin konnte Einar nur verschwunden sein und wer hatte ihn entführt? Beide hatten, im Gegensatz zu Tjara und Siridian, den dunklen Schatten gesehen, der bei der Entführung von Einar zurückgeblieben war. Und nun hatten sie einen ganz einfachen Elfentrick angewendet, den die Elfen schon in der ersten Klasse der Elfenschule lernten: sie hatten sich unsichtbar gemacht. Damit waren sie von einem Augenblick auf den Anderen verschwunden und niemand - nicht einmal andere Elfen oder der Weihnachtsmann - konnten sie somit noch sehen. Das das Tjara und Siridian aus der Fassung bringen würde, hatten sie nicht bedacht. Aber nun galt es erstmal, die Spur des dunklen Schattens aufzunehmen und Einar wieder zu befreien. Doch wo sollten sie beginnen mit ihrer Suche. Die Spuren im Schnee ließen keinen Schluss auf die Richtung, in die Einar verschleppt wurde, zu.

Also beschlossen sie, erst einmal zurück zur Höhle zu gehen, denn dort war der dunkle Schatten dauerhaft präsent. Vielleicht würden sie dort einen Anhaltspunkt finden, wo Einar zu finden war. Nach Stunden, in denen sie sich durch den dunklen Wald mit seinen tiefen Schatten gearbeitet hatten, kamen sie endlich wieder an der Höhle an und stürmten gleich hinein. Wie groß war die Überraschung, als sie Einar auf einer der Werkbänke sitzen sahen. Alle drei freuten sich, sich wieder zu sehen. Doch von Rettung konnte keine Rede sein. Der dunkle Schatten über den Werkbänken ließ weder einen Elf rein, noch ließ er einen raus. Nun war guter Rat teuer. Als magisches Wesen konnte Einar natürlich lange Zeit ohne Essen und Trinken auskommen. Aber schön war dieser Zustand nicht und er brauchte Zimt, um seine Magie aufrecht zu erhalten. Ohne Lebkuchen war es also schwierig. Aber noch hatte er Reserven und so versuchten sie einen letzten, verzweifelten Versuchen, Einar zu befreien. Einar sollte sich unsichtbar machen und die Barriere überwinden. Aber so sehr sich Einar auch bemühte. Er konnte die Barriere auch nicht unsichtbar überwinden und so musste er bleiben, wo er war. Nun war guter Rat teuer. Tristian und Arun tauschten wieder ihren finsteren Blick aus, der langsam so typisch für sie wurde und beratschlagten dann mit Einar, was zu tun sein. Zu dritt vereinbarten sie, dass Tristian und Arun am nächsten Tag - mittlerweile war es tiefe Nacht - erstmal zurück in die Weihnachtsstadt gehen sollten um Proviant für Einar zu besorgen. Dann wollten sie wieder kommen und versuchen, wenigstens die Lebkuchen und Plätzchen durch den dunklen Schatten zu schleusen. In der Zwischenzeit wollte Einar schauen, was er an Maschinen und Werkbänken schon wieder reparieren konnte. Tristian und Arun hatten ihm in Aussicht gestellt, ihn aus dieser misslichen Lage zu retten. Aber so richtig dran glauben konnte er nicht. Wie wollten die beiden Elfen das schaffen? Jedenfalls war es gut, auf diesen Augenblick vorbereitet zu sein und die Werkbänke wurden dann ja auch dringend nötig gebraucht, wenn der dunkle Schatten alles wieder frei gab. Schließlich mussten noch jede Menge Geschenke für die Kinder hergestellt werden. Tristian und Arun wussten nicht, ob sie Einar etwas zuversichtlicher stimmen konnten. Auf alle Fälle wollten sie ihn aus seiner misslichen Lage befreien. Dazu mussten sie aber noch ein paar Informationen über den mysteriösen Schatten zusammen tragen und damit würden sie gleich morgen weitermachen. Für heute hieß es erstmal "Gute Nacht". Morgen würde noch ein anstrengender Tag werden.

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