18. Dezember - Die Fahrt mit dem Schlitten

Langsam schlichen die Kinder sich an die Rückseite der alten Scheune, in der Kaylie gestern den Schlitten entdeckt hatte. Sie wollten schnell noch einen Blick auf das hölzerne Gefährt werfen und dann mit dem Bauern redem, dem dieser gehörte. Schließlich konnten sie den Schlitten nicht einfach mitnehmen und durch die kleine Luke, durch die sie gestern in die Scheune geklettert waren, hindurchzwängen. Aber zuvor schnell noch einen Blick drauf werfen. Also sie aber, einer nach dem anderen in die Scheune kletterten, wartete schon der Bauer mit hochrotem Kopf auf sie und schimpfte, was das Zeug hielt. Er hatte gestern ihren Besuch bemerkt und war nun sehr böse auf die Kinder. Mit wütendem Geschimpfe warf er die Kinder zum Tor wieder hinaus, ohne auch nur auf ihre Entschuldigungen zu hören. Nun war guter Rat teuer! Ohne den Schlitten konnte Christa nicht zurück in die Weihnachtsstadt und auch als Requisite für ihr Theaterstück war der Schlitten sehr kostbar. Also beschlossen sie, den Bauer durch eine Gefälligkeit zu besänftigen und ihn dann um den Schlitten zu bitten. Da der Mann schon alt war und sicher nicht mehr so gern in den Wald ging, um Feuerholz zu holen, wollten sie das für ihn erledigen. Sie holten sich schnell eine große Plane von zu Hause und marschierten los in den nahe gelegenen kleinen Wald.

Dort trafen sie wieder auf den Bauern mit dem Schlitten, der sich redlich abmühte, seine Fuhre Holz auf dem Rücken nach Hause zu tragen. Misstrauisch beäugte er die Kinder. Diese gingen jedoch schnurstracks auf ihn zu, entschuldigten sich für ihr Eindringen in die Scheune und boten ihre Hilfe an. Da schlich sich ein kleines Lächeln in die Augen des alten Mannes und gern ließ er sich von den Kindern helfen. Die packten die ganze Fuhre auf ihre Folie und sammelten gleich noch eine ganze Ladung dazu, die sie dann gemeinsam zum Haus des Bauern brachten. Anschließend liefen sie noch zwei Mal in den wald und brachten die gleiche Menge Holz zurück wie bei der ersten Ladung. Die Frau des alten Mannes wartete schon mit heißer Honigmilch und Keksen, als die Kinder von ihrer letzten Tour in den Wald zurück kamen. Als alle um den runden Tisch saßen, getrauten sich die Kinder auch endlich, den Bauern um den Schlitten zu bitten. Er war längst nicht mehr böse auf die drei und gab ihnen den Schlitten gern.

Zum Abschied winkten die Kinder und zogen dann zum großen Rodelberg hinter dem Dorf. Dort setzten sich alle auf den Schlitten und los ging die Fahrt unter lautem Gelächter und Juche! Bis es dunkel wurde, rodelten die Kinder noch einige male und sie hatten sehr viel Spaß.

Als sie mit vor Kälte geröteten Wangen mit den Eltern am Tisch saßen, erzählten sie ihr Abenteuer mit dem Schlitten und die Eltern waren sehr stolz auf ihre Kinder und Christa. Auch der Weihnachtsmann, der wieder alles beobachtet hatte, war sehr stolz auf Christa. Wenn Nächstenliebe und gegenseitige Hilfe selbstverständlich waren, dann weihnachtete es und wenn sich die Eltern darüber freuten, konnte ihren Herzen Weihnachten nicht so fern sein.

Nachdem die Kinder noch ein paar Pläne für den nächsten Tag geschmiedet hatten, schliefen sie todmüde ein. Christa war ihrem Vorhaben, zurück in die Weihnachtsstadt zu gehen, wieder einen Schritt weiter.

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